Yoga ist gut für den Rücken – klar! Ein Allgemeinplatz! Oder nicht?

Dieses Thema wurde schon auf zahlreichen Internetplattformen diskutiert und füllt jährlich neue Bücher.

Und warum jetzt noch ein weiterer Beitrag über Yoga und den Rücken? Weil das sprichwörtliche „Yoga hilft“, eben doch nicht stimmt oder nur unter gewissen Voraussetzungen, denn ich höre immer wieder, daß die Rückenschmerzen im Yogastudio erst angefangen haben. Die Gründe dafür sind verschieden, da es viele Yogastile und viele Yogalehrer gibt. Aber was immer Du tust, es sollte, es muss zu Dir passen! Die Yogaschule, der Stil, die Übungen, die Intensität, der Raum, die Matte, der Lehrer – Wow! Viele Kriterien…

… den Du bist ein Individuum! Ach neee? Das hast Du doch schon immer gewusst. Aber warum läßt Du Dich in Stile, Übungssysteme, Gepflogenheiten einquetschen? Warum quälst Du Dich oft durch 1,5 Stunden Asanaunterricht, obwohl der Schmerz immer größer wird? Weil die Typen neben Dir das auch tun? Weil da vorne jemand sagt, daß das halt die Form ist und Schmerz dazugehört? Weil Du nicht kapierst oder Dir nicht eingestehen willst, daß Du noch nicht so weit bist und in einer Mittelstufenklasse nichts verloren hast? Hallo Individuum! Oder eher Herdentier ohne Eigenverantwortung?

Ein Yogalehrer kann Dir nur Vorschläge machen und Richtungen zeigen, aber die Entscheidungen wohin Du gehst, liegen bei Dir.

Die Wahrheit ist ein pfadloses Land (Krisnamurti) und der beste Lehrer Du selbst. Deshalb höre auf Dich und Deinen Körper…

Ein Yogalehrer sollte aber auch das Fingerspitzengefühl haben, zu erkennen wie viel von was Du gerade brauchst, und sollte Dich auf keinen Fall überlasten. Die Asana sollten auf Dich abgestimmt sein und bei Bedarf auch an Deine Anatomie angepasst werden. Schmerzen beim Üben oder danach sollten nicht sein, gelegentlicher Muskelkater ist genehmigt 😉

Mir fallen spontan vier Gründe für Schmerz während oder nach Üben ein:

  1.  Ich bin noch nicht soweit.
  2.  Ich übe zu intensiv.
  3.  Die Asana passt anatomisch nicht.
  4.  Ich versuche eine Verletzung zu ignorieren

Dann zu den Rückenschmerzen – Es gibt verschiedene Ursachen für Rückenschmerzen. Sehr häufig entstehen sie durch wenig Bewegung und langes Sitzen. Besonders die mitteleuropäische Sitte, auf Stühlen zu sitzen verkürzt die Muskeln der Oberseite Deiner Oberschenkel und den Hüftbeuger (Psoas). Ein Effekt, der Dein Becken ist nach vorne kippt und Dich ins Hohlkreuz zieht. Dazu kommen gerne noch eine zu schwache Bauchmuskulatur und Hamstrings, die dem Effekt nicht entgegenwirken können.

Diese Ursachen kannst Du durch ein sinnvolles Programm aus Dehnungs- und Kräftigungsübungen mildern oder auch ganz beseitigen. Da die verschiedene Formen und Ursachen von Rückenschmerzen individuelle Lösungen erforden, sollte das Schema auf Dich angepasst sein. Als Lehrer bedeutet das für mich, meine Schüler gut zu beobachten und darauf hinweisen, welche Asana mehr, welche weniger geeignet sind und wo Alternativen oder Abwandlungen angebracht sind. Als Schüler solltest Du die Möglichkeit nutzen, mich darauf hinzuweisen, was weh tut uns was nicht. Die Verantwortung liegt bei uns beiden.

Fazit: Yoga kann bei bei Rückenschmerzen helfen. Aber Dein Yoga, Deine Übungen, Dein System.

 

Für weitere Informationen

 

Links zu Yoga und Rücken:

http://www.collective-evolution.com/2017/01/12/how-to-unlock-your-psoas-use-it-to-decrease-stress/

https://www.yogauonline.com/yoga-for-back-pain/yoga-for-back-pain-restoring-balance-and-wholeness?inf_contact_key=6eaa06983ae4d0f03aba7c105bc565cd00e3b2a15de1b68e49761eeeb50233d3

Links zu Yoga und Verletzungen:

Die Yogalehrerin Andrea Zach über Verletzungen beim Yoga: https://www.andreazach.de/verletzungen/

Die New York Times: http://www.nytimes.com/2012/01/08/magazine/how-yoga-can-wreck-your-body.html

Volker Bretz von Yoga Vidya:
https://wiki.yoga-vidya.de/Verletzungen_durch_Yoga_–_Zu_angeblichen_Risiken_und_Nebenwirkungen


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